Alicante
17. Februar 2009
Bernd hat mir was neues zum Ăben gegeben: Achteltriolen.
Uff, dachte, dass das jetzt extrem hart wird.
Auf einen Taktschlag muss man drei Töne spielen, statt wie bei den Achtelnoten nur zwei.
Und Achtelnoten fand ich schon schwierig.
Aber Alicante ist das perfekte StĂŒck zum ĂŒben; wenn man es denn langsam spielt!
Das Hörbeispiel auf der CD ist nĂ€mlich viel zu schnell eingespielt und macht das “mitjammen” fĂŒr mich derzeit noch unmöglich.
Auf jeden Fall ist Alicante seit langem mal wieder ein StĂŒck, das SpaĂ macht!
Woher kommen denn Achteltriolen?
Achteltriolen haben in der Musik eine Sonderrolle, denn die drei ist ungerade, alle anderen eher gerade: 1/1 Note, 1/2 Note 1/4 Note 1/8 Note.
Die Drei auf einem Schlag verdanken wir der Kirche; genauer gesagt der Dreifaltigkeit (Vater, Sohn, heiliger Geist).
Im Zuge der AufklÀrung hat sich aber der Kreise, ohne Anfang und Ende, als absolutes Maà durchgesetzt und so kamen wir zu unseren Viertelnoten.
Die Achteltriolen werden gerne als stilistisches Mittel eingesetzt, da sie offen gespielt werden und immer etwas “Schwebendes” haben.
Das mit dem offenen Spielen ĂŒbe ich noch…derzeit neige ich noch dazu den ersten der Töne zu betonen…
Wigald Boning im Hamburger Stage Club
6. Februar 2009
Geneigte Leser mögen sich fragen, wieso ein Saxophon-Blog ĂŒber Wigald Boning schreibt.
Wigald Boning, vor allem bekannt aus der TV-Show “RTL Samstag Nacht”, ist ja der breiten Masse als Komiker, Moderator und Journalist bekannt. Selten werden auch Erinnerung an seine Combo “Die Doofen” zusammen mit Olli Dittrich wach.
Weniger bekannt ist, dass er auch passionierter Komponist ist.
Zusammen mit dem befreundeten Pianisten Roberto di Gioja komponierte er ein verschleissfreies Jazz-Album und erfĂŒllte sich so einen Traum: seine eigene Instrumentalplatte mit Musik, die man immer wieder hören kann.
Alle Lieder wurden nur von Boning und di Gioja eingespielt, wobei Boning Gesang und alle Blasinstrumente ĂŒbernahm (neben Querflöte und Oboe auch Tenor-Saxophon) und di Gioja Keyboard, Gitarre, Bass und Schlagzeug.
Gestern hat Wigald Boning dann zusammen mit einer kleinen Band bestehend aus Percussions, Schlagzeug, Keyboard, Computer (fĂŒr alle Instrumente, die nicht anwesend waren) sein neues Album im Stage Club vorgestellt.
Die Plakate habe ich schon drei Wochen vor dem Konzert gesehen und musste mich erst mit dem Gedanken anfreunden, Wigald Boning klassischen Jazz spielen zu lassen – nach “den Doofen” viel es mir schwer mir das adĂ€quat vorzustellen.
Ich ging aber trotzdem hin.
Und es hat sich gelohnt.
Klar, es ist Wigald Boning, und das darf man nicht unterschlagen.
Gerade weil es seine eigene Scheibe ist, spĂŒrt man seinen Einfluss schon deutlich, aber reduzierter als bei “den Doofen”.
Es kommt schonmal vor, dass der kleine Mann in der weiĂ-gelb-tĂŒrkis-rosa-farbenen Skijacke lautstark zu psychedelisch-sphĂ€rischen Lounge-/Chillout-Beats ins Mikrofon jault wĂ€hrend der Bassist (di Gioja) abgeht, als wĂ€re er auf einem Rolling-Stones-Konzert.
Ich kann das Album allen Jazz-Liebhabern, die gern auch mal Loungemusik hören, uneingeschrÀnkt empfehlen!
Die Lieder sind abwechslungsreich, keins gleicht dem anderen. Es gibt schnelle Songs, die den GasfuĂ zum BleifuĂ werden lassen (Kobra dance), langsame Songs, bei denen man tiefer in den Sessel rutscht und soo fĂŒrchterlich schnulzige Balladen (Ballade pour Alexa), bei denen man sich nach TaschentĂŒchern sehnt, um hinein zu schnĂ€uzen.
Ich kann mir wirklich gut vorstellen, dass das Album “Jet Set Jazz” von Wigald Boning zu einem meinen neuen Lieblings-CDs wird.




