Like Benny” heißt das gute Stück, an dem ich jetzt schon so lange übe und so langsam war ich es wirklich leid.
Nachdem die letzten zwei Stunden bei Bernd aufgrund seiner Dreharbeiten mit Fatih Akın ausfallen mussten, hatte ich heute dann wieder eine Stunde Unterricht, in der ich ihm mein Leid klagen konnte.

Ich komme mit den Achtelnoten ja einfach nicht zurecht….irgendwie klappt das mit dem Zählen auf halben Schlägen noch nicht so gut und dann kommt ja noch das Lesen/Greifen/Spielen hinzu.

Aber Bernd hat mir den Tipp gegeben, die Chose einfach zu klatschen während ich mit dem Fuß ganz normal den 4/4-Takt mitwippe.

Wenn man den Song 10 bis 20 mal geklatscht hat, ist man automatisch viel besser im Groove drin und das Spielen fällt auch wieder leichter, da man sich auf das Lesen, Greifen und Spielen konzentrieren kann.

Heute Abend war ich im Hamburger Stadtpark im Landhaus Walter.
Das Landhaus Walter ist ein sehr beliebter Treffpunkt im Stadtpark mit, wie sollte es anders sein, Biergarten und angeschlossenem Restaurant.

Im Sommer steht man hier für eine Bratwurst Schlange und im Winter ist der integrierte Downtown Bluesclub gut besucht.

In selbigem war ich also und lauschte den Klängen von “Phonus Balonus” und “Big fat Mama”.
Big fat Mama ist die Sängerin der Soulband und tritt nach dem gut fünfminütigen Drum-Intro auf die Bühne wie eine erfahrene Diva. Begleitet wird sie von dem Drummer, einem Gitarristen, einem Bassisten und einer wahnsinnigen Saxophonspielerin!

Leider gibt die Webseite von Phonus Balonus noch nicht viel mehr her als ein “under construction”-Schild her, sodass ich keine weiteren Informationen über die Saxophonspielerin der Band bekommen konnte :-/
Ich konnte mir nur noch merken, dass sie Krüger mit Nachnamen heißt – aber die Suche danach wäre müßig!

Die schmächtige Frau mit den kurzen blonden Haaren ist wie ein Berserker über die Bühne gehüpft, lag bei den tiefen Tönen fast auf dem Boden und wuchs mit ihrem Tenorsax in die Höhe um die ganz hohen Töne noch zu kriegen.
Ihre Solos und Improvisationen waren schnell und harmonisch, aber ich kann nicht sagen welche Tonleiter oder Tonart da jetzt Anwendung fand – dazu war sie einfach zu schnell :-D

Ihr Spiel aber ist echt genial!
Die Intonation sitzt und der Sound von ihr ist leicht kratzig, dreckig und verr(a)ucht; genauso, wie es sich für ein Saxophon gehört!
Wenn mich nicht alles täuscht, hat sie zwischendurch auch mal Growling benutzt, aber da bin ich noch nicht Fachmann genug.

Soweit ich es erkennen konnte, spielte sie ein Metallmundstück und es klang nach einer relativ offenen Bahn. Ich würde sagen 6er oder größer.
Nach dem Konzert wollte ich sie eigentlich noch sprechen, besonders weil es sich um eine Hamburger Band handelt und man sie dann sicher öfter hier in Hamburg hören könnte und vielleicht, wenn ich mich ganz charmant anstelle, würde sie mir ja auch den einen oder anderen Tipp geben ;-)

Schließlich spiele ich noch die Originalausstattung meines Silberlings und habe damit eine gute Ausgangsposition um mich ihrem Sound anzunähern (ich habe mal gehört, dass versilberte Saxophone von Grund aus einen raueren Sound haben).

Na mal sehen, vielleicht werde ich ja noch fündig.
Drückt mir die Daumen!

Nachtrag:
Über Phonus Balonus habe ich derweil ein wenig in Erfahrung bringen können.
Der Kern der Band scheint aus folgenden Personen zu bestehen:

  • Big Fat Mama: Gesang
  • René Raue: Leadgitarre (seit 1992)
  • Gunnar Hoppe:Schlagzeug

Darüber hinaus ist die Fluktuation wohl mehr oder weniger groß:

Ein paar Bilder von früheren Auftritten konnte ich bei asterhicks auf MySpace finden.

Growling

7. November 2008

Growling ist eine Technik beim Saxophonspielen, die den Sound rauer klingen lässt.
Normalerweise würde man einfach ins Saxophon blasen und so einen Ton erzeugen (Lippendruck etc. mal außer Acht gelassen).

Beim Growling jedoch, singt man zusätzlich zum gespielten Ton einen anderen Ton und “zerbricht” so den gespielten Ton, dass dieser extrem heiser klingt.

Clarence Clemons war ein Saxophonspieler, der oft Growling als Effekt eingesetzt hat.

Verpasst und doch getroffen

5. November 2008

Heute hätte ich eigentlich Unterricht bei Bernd gehabt.
Aber meinen Termin hatte er sich anders notiert als ich und so war die Stunde aus meiner Sicht doppelt gebucht.
Da ich später schon eine Verabredung hatte, musste ich wieder von dannen ziehen :-(

Glücklicherweise begegnete ich noch die Schülerin der Stunde davor, mit der ich mich auf dem Weg zum Bus unterhalten konnte.
Es ist auch mal interessant, von anderen Schülern des selben Lehrers zu hören. Sie spielt Alto-Saxophon und benutzt auch eine ganz andere Schule als ich.
Da sie vorher schon viele viele Jahre lang Flöte gespielt hat, kann sie schon dementsprechend gut Noten lesen, das ist ja etwas, was mir immer noch sehr schwer fällt.

Wir haben uns mal verarberedet um mal zusammen zu spielen. Bin gespannt wie das klappt :-)

Like Benny

4. November 2008

Achtelnoten, Achtelnoten, überall sind nur noch Achtelnoten – was für ein Stress.
Subjektiv gesprochen machen Achtelnoten das Saxophonspielen für mich etwa doppelt so schwer.
Die Umstellung zurück von Achtelnoten auf Viertelnoten ist nicht ganz einfach, da hilft nur üben, üben üben!

Und seit gestern kann ich immerhin schon die ersten drei Takte von “Like Benny” fehlerfrei in annehmbarer Geschwindigkeit spielen.
Annehmbar heißt in diesem Fall, 85 bpm statt der veranschlagten 120 bpm.
Das ist schon okay so :-)