Weihnachtsferien

22. Dezember 2008

Mein Lehrer Bernd zieht in den wohlverdienten Urlaub und ich lasse die Dinge jetzt auch mal etwas ruhiger angehen. Das Saxophon ist natürlich immer noch mein ständiger Begleiter und ich übe ein paar Weihnachtslieder – ganz einfach, ganz reduziert.

Mal sehen, vielleicht spiele ich dann wirklich mal was vor…schaun mer mal :-)

Like Benny” heißt das gute Stück, an dem ich jetzt schon so lange übe und so langsam war ich es wirklich leid.
Nachdem die letzten zwei Stunden bei Bernd aufgrund seiner Dreharbeiten mit Fatih Akın ausfallen mussten, hatte ich heute dann wieder eine Stunde Unterricht, in der ich ihm mein Leid klagen konnte.

Ich komme mit den Achtelnoten ja einfach nicht zurecht….irgendwie klappt das mit dem Zählen auf halben Schlägen noch nicht so gut und dann kommt ja noch das Lesen/Greifen/Spielen hinzu.

Aber Bernd hat mir den Tipp gegeben, die Chose einfach zu klatschen während ich mit dem Fuß ganz normal den 4/4-Takt mitwippe.

Wenn man den Song 10 bis 20 mal geklatscht hat, ist man automatisch viel besser im Groove drin und das Spielen fällt auch wieder leichter, da man sich auf das Lesen, Greifen und Spielen konzentrieren kann.

Heute Abend war ich im Hamburger Stadtpark im Landhaus Walter.
Das Landhaus Walter ist ein sehr beliebter Treffpunkt im Stadtpark mit, wie sollte es anders sein, Biergarten und angeschlossenem Restaurant.

Im Sommer steht man hier für eine Bratwurst Schlange und im Winter ist der integrierte Downtown Bluesclub gut besucht.

In selbigem war ich also und lauschte den Klängen von “Phonus Balonus” und “Big fat Mama”.
Big fat Mama ist die Sängerin der Soulband und tritt nach dem gut fünfminütigen Drum-Intro auf die Bühne wie eine erfahrene Diva. Begleitet wird sie von dem Drummer, einem Gitarristen, einem Bassisten und einer wahnsinnigen Saxophonspielerin!

Leider gibt die Webseite von Phonus Balonus noch nicht viel mehr her als ein “under construction”-Schild her, sodass ich keine weiteren Informationen über die Saxophonspielerin der Band bekommen konnte :-/
Ich konnte mir nur noch merken, dass sie Krüger mit Nachnamen heißt – aber die Suche danach wäre müßig!

Die schmächtige Frau mit den kurzen blonden Haaren ist wie ein Berserker über die Bühne gehüpft, lag bei den tiefen Tönen fast auf dem Boden und wuchs mit ihrem Tenorsax in die Höhe um die ganz hohen Töne noch zu kriegen.
Ihre Solos und Improvisationen waren schnell und harmonisch, aber ich kann nicht sagen welche Tonleiter oder Tonart da jetzt Anwendung fand – dazu war sie einfach zu schnell :-D

Ihr Spiel aber ist echt genial!
Die Intonation sitzt und der Sound von ihr ist leicht kratzig, dreckig und verr(a)ucht; genauso, wie es sich für ein Saxophon gehört!
Wenn mich nicht alles täuscht, hat sie zwischendurch auch mal Growling benutzt, aber da bin ich noch nicht Fachmann genug.

Soweit ich es erkennen konnte, spielte sie ein Metallmundstück und es klang nach einer relativ offenen Bahn. Ich würde sagen 6er oder größer.
Nach dem Konzert wollte ich sie eigentlich noch sprechen, besonders weil es sich um eine Hamburger Band handelt und man sie dann sicher öfter hier in Hamburg hören könnte und vielleicht, wenn ich mich ganz charmant anstelle, würde sie mir ja auch den einen oder anderen Tipp geben ;-)

Schließlich spiele ich noch die Originalausstattung meines Silberlings und habe damit eine gute Ausgangsposition um mich ihrem Sound anzunähern (ich habe mal gehört, dass versilberte Saxophone von Grund aus einen raueren Sound haben).

Na mal sehen, vielleicht werde ich ja noch fündig.
Drückt mir die Daumen!

Nachtrag:
Über Phonus Balonus habe ich derweil ein wenig in Erfahrung bringen können.
Der Kern der Band scheint aus folgenden Personen zu bestehen:

  • Big Fat Mama: Gesang
  • René Raue: Leadgitarre (seit 1992)
  • Gunnar Hoppe:Schlagzeug

Darüber hinaus ist die Fluktuation wohl mehr oder weniger groß:

Ein paar Bilder von früheren Auftritten konnte ich bei asterhicks auf MySpace finden.

Growling

7. November 2008

Growling ist eine Technik beim Saxophonspielen, die den Sound rauer klingen lässt.
Normalerweise würde man einfach ins Saxophon blasen und so einen Ton erzeugen (Lippendruck etc. mal außer Acht gelassen).

Beim Growling jedoch, singt man zusätzlich zum gespielten Ton einen anderen Ton und “zerbricht” so den gespielten Ton, dass dieser extrem heiser klingt.

Clarence Clemons war ein Saxophonspieler, der oft Growling als Effekt eingesetzt hat.

Verpasst und doch getroffen

5. November 2008

Heute hätte ich eigentlich Unterricht bei Bernd gehabt.
Aber meinen Termin hatte er sich anders notiert als ich und so war die Stunde aus meiner Sicht doppelt gebucht.
Da ich später schon eine Verabredung hatte, musste ich wieder von dannen ziehen :-(

Glücklicherweise begegnete ich noch die Schülerin der Stunde davor, mit der ich mich auf dem Weg zum Bus unterhalten konnte.
Es ist auch mal interessant, von anderen Schülern des selben Lehrers zu hören. Sie spielt Alto-Saxophon und benutzt auch eine ganz andere Schule als ich.
Da sie vorher schon viele viele Jahre lang Flöte gespielt hat, kann sie schon dementsprechend gut Noten lesen, das ist ja etwas, was mir immer noch sehr schwer fällt.

Wir haben uns mal verarberedet um mal zusammen zu spielen. Bin gespannt wie das klappt :-)

Like Benny

4. November 2008

Achtelnoten, Achtelnoten, überall sind nur noch Achtelnoten – was für ein Stress.
Subjektiv gesprochen machen Achtelnoten das Saxophonspielen für mich etwa doppelt so schwer.
Die Umstellung zurück von Achtelnoten auf Viertelnoten ist nicht ganz einfach, da hilft nur üben, üben üben!

Und seit gestern kann ich immerhin schon die ersten drei Takte von “Like Benny” fehlerfrei in annehmbarer Geschwindigkeit spielen.
Annehmbar heißt in diesem Fall, 85 bpm statt der veranschlagten 120 bpm.
Das ist schon okay so :-)

Ich bin noch dabei, übe mich immernoch am Stück “The way of all things“. Tonleiter rauf und wieder runter, kurz Atmen, nach frischer Luft schnappen, und die Leiter wieder hoch und runter und hoch und runter *ächz*.

Indes ermutigt mich Bernd voranzuschreiten.

Achtelnoten soll ich mir mal ansehen.
Verstanden habe ich sie schon, ist ja nicht schwer. Wenn man eine Viertelnote durch zwei teilt, hat man zwei Achtelnoten. Eine Achtelnote für sich alleine habe ich bisher noch nicht gesehen – gibt’s aber bestimmt auch.

Wenn man Achtelnoten spielt, dann verdoppelt man quasi die Geschwindigkeit – die Komponisten machen sich das Leben damit einfacher.

Ein Takt enthält also eine ganze Note, zwei halbe Noten, vier Viertelnoten oder halt acht Achtelnoten.
Kombinationen sind auch möglich, man muss nur darauf achten, auf eine ganze Note rauszukommen.
Es wäre demnach möglich einen Takt zu schreiben, in dem man mit zwei Achtelnoten beginnt, dann eine halbe folgen lässt und zum Ende hin noch eine Viertelnote hinterherwirft. 2/8 + 1/2 + 1/4 = 1/1 :-)

Zum Beispiel nehmen wir uns mal einen Takt vor, in dem acht Achtelnoten mit der Geschwindigkeit von 70 BPM notiert sind.
Das kann man theoretisch auch als zwei Takte mit je vier Viertelnoten in der Geschwindigkeit von 140 BPM spielen – ist das Gleiche und klingt auch gleich.

Innerhalb eines regulären Musikstücks jedoch ist man natürlich flexibler, wenn man das Stück mit 120 BPM und Viertelnoten spielt und dann zwischendurch mal ein paar Takte mit Achteln hat.

Ich stehe nun jedenfalls vor dem Problem, schneller zu speilen, dann darauf läuft es ja hinaus.
Dass ich also die mit 140 BPM angegebenen Stücke nur mit 80 BPM spiele, wird mir nun zum Verhängnis.

Na mal sehen…

Matthias Strauch

16. Oktober 2008

Matthias Strauch, der Saxophon-Tausendsassa zum Anfassen.

Matthias Strauch

Auf ihn aufmerksam bin ich geworden, als ich in meiner Sonntagszeitung einen kleinen Artikel über ein Konzert von ihm in einer Kirche gesehen habe.
Er ist unterwegs als Solokünstler, spielt zusammen mit Beate Hofmann (Cello) im Duo Reed’n Strings und noch dazu im Trio mit Krishn Kypke (Gitarre/Sprecher) und Karl-Alexander Kaiser (Orgel) als Choraphon.

Und weil er nicht nur viel Musik mit seinem Saxophon macht, sondern auch noch gute, habe ich ihn jetzt in meine Bandliste mit aufgenommen.

Wer gerne mal reinhören möchte, was er so spielt, kann sich auf seinen MySpace-Seiten ein paar Demotapes anhören:

The way of all things

15. Oktober 2008

Für mich bedeutet dieses Stück soviel wie, dass alle Étuden früher oder später den Weg alles Sterblichen gehen. Denn dieses Übungstück ist ein genauso harter Brocken wie Apologies to Daisy. Ich kann es nun schon etwa bis zur Hälfte in langsamer Geschwindigkeit spielen, aber noch lange nicht so gut wie Apologies to Daisy…naja, es hetzt ja keiner :-)

Zirkularatmung

15. Oktober 2008

Die Atmung ist das Blut des Saxophonspielens!
Sobald keine Luft mehr durch das Saxophon geblasen wird, kommt auch kein Ton mehr raus.
Auch das durchschnittliche Lungenvolumen des Menschen von etwa vier bis fünf Litern Luft ist irgendwann aufgebraucht und man muss Luft holen.

Die Methode der Zirkulatatmung ermöglicht es dem Spieler während des Spiels nach Luft zu holen, ohne dass der Ton abebbt.
Bekannt ist diese Methode von den Aborigines beim Spielen des Didgeridoos und auch unter den Namen Zirkulationsatmung oder Kreisatmung bekannt.

Mit folgender Vorgehensweise kann man die Zirkularatmung üben:

    Ich würde das übrigens ohne Wasser üben (hust, würg), geht auch einfach ohne Hilfsmittel:

    1. Mund mit Luft füllen (Hamsterbacken machen),
    2. dann gegen den Lippenwiderstand Luft aus der Lunge (mit Halt aus dem Zwerchfell) durch die Lippen ausströmen lassen,
    3. währenddessen durch die Nase einatmen (die Verbindung von Nase und Mund wird dabei durch die Zunge verschlossen) und
    4. dabei den Mundraum durch Zusammenziehen der Backen verkleinern, wodurch die Luft mit möglichst gleichbleibendem Druck entweicht.
    5. Nach dem Atem holen versuchen, den Druck ohne merklichen Druckverlust wieder aus dem Zwerchfell zu geben,
    6. dann den Mundraum wieder neu mit Luft befüllen und von vorne starten

    Es ist wichtig darauf Acht zu geben, dass der Luftstrom nicht versiegt. So lässt sich der Ton bei fallendem Druck besser halten.
    Die Backen außerdem nicht ganz “entleeren” damit zum Wechsel auf “normale Atmung” noch genügend Reserve bleibt.

    Ich habe schon von vielen gehört, die diese Technik nach ein bis zwei Wochen intensiven ÜBens drauf hatten.
    Ich habe mich selbst da noch nicht drangewagt – brauche ich auch noch nicht.