Mein Instrument ist in b gestimmt
25. April 2007
Das war so eines der ersten Sachen, die ich über Tenorsaxophone gelesen habe.
Ein Tenor ist in Bb gestimmt. Auf deutsch sagt man nur b.
So richtig verstanden habe ich es noch nicht, ich weiß bisher, dass wenn ich ein c spiele ein b rauskommt.
C ist also quasi der Maßstab.
So erklärt sich auch der Satz, wenn man einem Gitarrenspieler irgendwelche Noten hinhält und er sie mit den Worten zurückweist: “Tut mir leid, das sind die falschen Noten, die kann ich nicht spielen.”.
Verstanden habe ich den Satz nie, denn Noten sind doch Noten, aber jetzt ergibt er Sinn.
Es gab auch mal Saxophone, die in c gestimmt waren (C-Melody), das war wohl aber nicht das gelbe vom Ei, deswegen sind sie wieder vom Markt verschwunden.
Die dritte Stunde
24. April 2007
Die im Beitrag ‘Nachbarn terrorisieren‘ geschilderten Probleme habe ich mal Bernd vorgetragen und er hat prompt eine Lösung für mich.
Es gibt in Hamburg eine erst vor kurzem eröffnete Einrichtung für Musiker, die schallgedämmte Übungsräume zur Verfügung stellt.
Vielleicht wäre das etwas für mich.
Einen Anblaswiderstand gibt es für Saxophone nicht und das hat auch seinen Grund: es klingt mies.
Ich notiere mir den Namen und die Adresse und werde da mal anfragen was das Kostet.
Sonst machten wir nicht nur weiter mit dem ersten Stück, was ich jetzt fehlerfrei durchspielen kann sondern gehen über zum zweiten Stück “A la Mode”.
Hier gibt es jetzt eine Note mehr, die ich drücken können sollte; das ‘a’.
Das a ist tiefer als das b und das c.
Nachbarn terrorisieren
19. April 2007
Es ist Abend, 19:30 Uhr.
Ich öffne meinen Saxophonkoffer und baue das Saxophon zusammen.
Dann geht es los.
Für etwa 15 Minuten mache ich im hintersten Zimmer meiner Wohnung infernalen Krach.
Es quietscht und ist laut.
Nein, so kann das nicht gehen.
Zu Hause traut man sich ja gar nicht anständig zu üben
Irgendwie muss ich üben können, doch wie?
Ich überlege kurz in den Keller zu gehen, doch die dünnen Türen zum verkachelten Treppenhaus lassen mich diese Idee wieder vergessen: das wäre noch lauter!
Da habe ich wohl ein Problem.
Ich werde Bernd das nächste mal fragen, vielleicht hat er ein paar Tipps.
Für Trompeten gibt es ja diese lustigen Aufsätze, damit klingt die Trompete wie Donald Duck.
Vielleicht gibt es das für Saxophon auch…
Die zweite Stunde
18. April 2007
Die zweite Stunde läuft schon etwas routinierter ab.
Ich weiche das Blättchen in Wasser ein, trinke Tee und baue das Saxophon zusammen.
Dann geht es los.
Wir üben den ersten Song!
Naja, Song kann man es nicht unbedingt nennen.
Es ist ein Lied, bestehend aus schon zwei Noten.
Dem ‘b’ und dem ‘c’.
Der Titel: “Blues for Beginners” – wie passend
Reicht auch für’s erste! Ich bin völlig damit beschäftigt das Ding zu halten, Knöpfe zu drücken, Noten zu lesen, im Takt zu zählen und spielen tue ich ja auch noch irgendwie – nur Atmen nicht.
Das merke ich dann auch recht schnell und der Ton versiegt.
Es heißt üben!
Die erste Stunde
10. April 2007
So, nun stehe ich also da.
Mit meinem großen Saxophonkoffer auf dem Rücken.
Fühle mich ein wenig wie ein 12-jähriger Schüler beim Flötenunterricht.
Bernd (mein Lehrer) empfängt mich freundlich, bietet mir Tee an und wir fangen die erste Stunde ganz locker an.
Er erzählt mir viel über die Geschichte des Saxophons und zeigt mir, wie ich es zusammenbaue, pflege und reinige.
Dann üben wir ein bißchen Haltung und Atmung und ich spiele den ersten Ton.
Das ‘b’.
Ich muss mich erst daran gewöhnen so ein schweres Gerät um den Hals zu tragen und ich bin schockiert wie viele Knöpfe das Teil hat.
Gezählt habe ich sie noch nicht, aber egal wo man da hinfässt, man greift auf einen Knopf.
Ich bin unsicher, wo ich überhaupt anfassen kann, aber Bernd meint das sei egal, ich kann überall anfassen – sollte es nur nicht am S-Bogen festhalten oder Sachen verbiegen.
Hmmm…nagut, ich übe.
Der Zungenstoß
7. April 2007
Der Zungenstoß ist billig.
Man formt den Ansatz und stupst mit der Zunge ans Blättchen.
Wenn man jetzt pustet, kommt kein Ton raus, denn die Zunge befindet sich am Blätchen und dichtet ein Eingang zum Mundstück ab.
Man “gibt also Druck drauf” und nimmt die Zunge runter.
Ein klarer Ton sollte sofort erklingen.
Wenn nicht, üben!
Und das ist dann schon der Zungenstoß.
Der Ansatz
7. April 2007
Bevor man einen heilen Ton aus dem Saxophon bringt muss der Ansatz stimmen.
Der Ansatz ist wichtig.
Aber nicht so wichtig, dass man daraus ein Mysterium machen müsste.
Für mich ist “der Ansatz” schon wirklich undurchsichtig geworden, aber in der Wirklichkeit ist es gar nicht so schlimm.
Man formt die Lippen als würde man pfeifen wollen.
Dann krümmt man die Unterlippe etwas nach innen.
Fertig.
Im Produktiveinsatz ist dann natürlich das Mundstück inklusive Blättchen dazwischen.
Die Zähne des Oberkiefers legt man auf dem Mundstück ab.
Unten umschließt man das Mundstück mit der leicht nach innen gewölbten Unterlippe.
Man muss nur noch darauf achten, das alles dicht ist, also keine Luft an den Seiten rauskommt und dann kann es losgehen.
Intonation
6. April 2007
Das Wort intonieren oder Intonation hat mir beim Lesen immer große Probleme bereitet.
Bernd konnte mich da aufklären.
Es ist alles ganz einfach: wenn man intoniert, bläst man ins Saxophon und ein Ton kommt raus.
Halt, nein!
So einfach ist es nun auch wieder nicht!
Denn die Crux ist es, richtig zu intonieren.
Denn beim Saxophon sind die vielen Klappen, Ventile und Knöpfe quasi nur Richtungsangaben.
So wie ein Schild was sagt, “zum c geht’s hier lang”!
Wenn man sich dann mit seinem Ansatz anstrengt, kann man aber trotzdem man c gedrückt hat ein b spielen.
Okay, man muss sich schon sehr anstrengen.
Aber ich möchte damit ja auch nur sagen, dass das Saxophon kein Klavier ist.
Man muss als um ein sauberes c zu bekommen, sauber intonieren.
That’s all.
Saxophonspielen
5. April 2007
Ich möchte Saxophonspielen.
Warum ich das möchte, kann ich gar nicht so genau sagen.
Es ist mehr ein Gefühl als Wissen.
So eine Ahnung.
Bis dato spiele ich keine Instrumente.
Ich höre zwar gerne Musik und kann auch tanzen; aber mit Noten, Takten und dem ganzen Zeug hatte ich bisher nichts am Hut.
Eigentlich bin ich froh, wenn ich auf Konzerten und Festivals im Takt klatschen kann.
Das Instrument Saxophon verkörpert für mich so etwas leicht beschwingtes und doch freigeistig flexibles, dass es scheinbar zu jeder Stimmung passt.
Man kann damit die Fetzen fliegen lassen wie John Coltrane oder ganz seichte Nummern spielen wie es Ben Webster tat.
Man kann es rauh wie die See spielen oder klar wie eine Trompete (Earnie Watts).
Bläser im Allgmeinen hörte ich schon immer gern, doch wenn ich so zurückdenke und meine Plattensammlung durchschaue, entdecke ich dort fast nur Blechbläser (das Saxophon ist ja bekanntermaßen ein Holzblasinstrument).
Da sind Scheiben von Miles Davis (selbstverständlich!), Louis Armstrong (natürlich!), Chet Baker, Quincy Jones und Dizzy Gillespie.
Charlie Parker und Art Pepper (beides Saxophonisten) sind zwar auch keine Fremdwörter für mich, trotzdem liegt die Trompete im Bekanntheitsgrad bei mir vorn.
Warum nun bloß Saxophon?
Ich habe die von mir eben so favorisierte Trompete mal bei einem guten Freund ausprobiert.
Zu anstrengend.
Ich möchte Musik machen um mich zu entspannen.
Bei der Trompete brummen einem ja irgendwann die Lippen!
Ebenso habe ich bei einer Freundin mal das Saxophon Probegeblasen.
Man bläst einfach nur rein: und schon kommt ein schöner Ton raus.
Aber das kann ja irgendwie auch nicht aller Grund für die Entscheidung sein – es bleibt eben noch mein unergründliches Bauchgefühl.
Als ich dann im März diesen Jahres auf einer Party eine Saxophonistin kennen lernte, kam die Idee wieder hoch.
Ich habe mir dann erstmal ein paar Saxophonisten angehört und mich über das Instrument informiert.
Durch Zufall stieß ich dann im Internet auf einen Lehrer und ich frug ihn nach einem Probleblasen.
Bis zu dem Zeitpunkt hatte ich mich schon zwischen Alto, Tenor und Bariton für das Tenor entschlossen.
Das Alt klang mir zu hoch, das Bariton zwar schön tief aber da fehlte mir die Flexibilität in den hohen Tönen und so blieb nur noch das Tenor.
Beim Lehrer habe ich dann mal Probeweise in sein Selmer geblasen und die Note ‘b’ gespielt und ihm alle meine Fragen gestellt.
Leider konnte ich mit dem Probeblasen weder Abneigung noch grenzenlose Begeisterung aus mir hervorlocken, weswegen ich erstmal mit einem Mietinstrument dabei bin.
Es handelt sich dabei um ein Jupiter Tenorsaxophon mit Standard S-Bogen, Kunststoffmundstück und Blättchen der Stärke 2 (für die, die es interessiert).
